Es gibt einen Punkt an jedem Familienausflug, an dem alles kippt. Meist ungefähr nach zwei Stunden, meist mit dem Satz „mir ist fad“, meist genau dann, wenn die Erwachsenen gerade angefangen haben, sich zu entspannen.
Die Osterferien sind dafür besonders anfällig, weil das Wetter macht, was es will. Diese fünf Ziele haben eines gemeinsam: Sie haben einen Plan B unter Dach.
1. Die Wachau, aber von unten
Klingt nach Erwachsenenprogramm, ist es aber nicht, wenn man es richtig macht. Die Fahrt mit dem Donauschiff von Melk nach Krems dauert rund anderthalb bis zwei Stunden, es gibt ein Oberdeck, auf dem Kinder herumlaufen dürfen, und Schleusen, die tatsächlich beeindrucken.
Davor oder danach: Stift Melk. Das klingt nach Pflichtprogramm, hat aber einen Kindergarten-tauglichen Museumsteil mit Lichteffekten, und die Bibliothek beeindruckt auch Zehnjährige, wenigstens für fünf Minuten.
Die Schifffahrt startet je nach Anbieter im Frühjahr, meist ab etwa Ostern. Fahrpläne vorher prüfen, sie ändern sich saisonal.
2. Die Sommerrodelbahnen im Salzburger Land
Mehrere Rodelbahnen in Salzburg und Tirol sperren rund um Ostern auf, wetterabhängig. Kinder ab etwa acht dürfen meist allein fahren, kleinere fahren bei einem Erwachsenen mit.
Der ehrliche Hinweis: Es ist teuer pro Fahrt, und Kinder wollen nie nur einmal. Tageskarten oder Zehnerblöcke rechnen sich fast immer. Und bei Nässe wird oft gesperrt, das ist kein Schikane, sondern Bremsweg.
3. Ein Bergwerk, wenn es schüttet
Das ist der beste Regentag-Trick des Landes. In Salzwelten Hallein oder Altaussee geht es mit einer Grubenbahn in den Berg, dann über Holzrutschen hinunter, und am Ende steht man an einem unterirdischen Salzsee. Konstante Temperatur um die acht Grad, Schutzkleidung wird gestellt.
Kinder finden die Rutschen großartig. Erwachsene brauchen kurz, um sich an die Enge zu gewöhnen. Wer klaustrophobisch ist, sollte es sich zweimal überlegen.
4. Die Tierwelt-Variante, die nicht Zoo heißt
Der Wildpark Ernstbrunn im Weinviertel, der Naturpark Grebenzen in der Steiermark, die Greifvogelwarte auf Burg Landskron in Kärnten. Alles Halbtagsziele, alles im Freien, alle mit dem Vorteil, dass Kinder gehen, ohne zu merken, dass sie wandern.
Bei Greifvogelshows: Die Vorführungen finden zu fixen Zeiten statt und fallen bei starkem Wind manchmal aus. Anrufen spart Tränen.
5. Wien für Kinder, ohne Museumszwang
Das Technische Museum ist der Regentagretter schlechthin, weil man dort tatsächlich fast alles angreifen darf. Das Haus des Meeres im Flakturm hat eine Aussichtsterrasse ganz oben, von der man über die halbe Stadt schaut, und Haie im Keller.
Und für draußen: die Donauinsel. Einundzwanzig Kilometer flaches Land zwischen zwei Wasserflächen, Radverleih, Spielplätze, und niemand, den man stören kann. Erreichbar mit der U1 oder der U6.
Die Anreise ist die halbe Miete
Mit Kindern im Auto verliert man den ersten Tag oft schon auf der Autobahn, und die Osterferien sind Stauzeit. Die Bahn ist hier objektiv die bessere Wahl: Man kann aufstehen, es gibt in vielen ÖBB-Fernzügen einen eigenen Familienbereich mit Spielecke, und niemand fragt alle zwanzig Minuten, wie lange es noch dauert. Beziehungsweise doch, aber man kann besser darauf reagieren.
Was hilft: Sitzplätze reservieren, weil rund um Ostern viel los ist. Und die Kinder das Ziel auf der Anzeige selbst suchen lassen, dann fühlt es sich nach Beteiligung an statt nach Transport.
Ein Kartenspiel und ein Malblock schlagen jedes Tablet, zumindest für die erste Stunde. Danach ist es egal.
Was das Ganze rettet, unabhängig vom Ziel
- Rechnen Sie mit der halben Distanz, die Sie sich vorstellen. Wirklich die Hälfte.
- Essen im Rucksack, immer. Ein hungriges Kind verhandelt nicht.
- Ein Ziel pro Tag. Zwei sind eines zu viel, und das dritte wird zum Streit.
- Wechselgewand. Im April ist jede Pfütze eine Einladung.
Und zum Wetter
Ostern liegt heuer in einer Zeit, in der es an einem Tag zwanzig Grad und am nächsten Schneeregen haben kann. Das gilt besonders in Höhenlagen über 800 Metern. Wer eine Wanderung plant, sollte wissen: Über etwa 1200 Metern liegt zu Ostern in vielen Jahren noch Altschnee, oft vereist und trügerisch. Für Familien mit kleineren Kindern heißt das: unten bleiben, Talwanderungen, Uferwege.
Und wenn wirklich alles ins Wasser fällt, ist ein Nachmittag im Hotelzimmer mit einem Kartenspiel auch kein verlorener Tag. Die Kinder erinnern sich später sowieso an andere Dinge, als man denkt.
Meistens an das Eis, das jemand fallen gelassen hat. An den Hund, der im Gasthaus unter dem Tisch lag. An den Moment, in dem alle gleichzeitig gelacht haben, weil der Papa in die Pfütze getreten ist. Nie an das Schloss, für das man Eintritt gezahlt und eine Stunde angestanden ist.



